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auf der Homepage des Musikverein Wattenweiler e.V.

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Kurze Beschreibung des Vereins

Der Ort Wattenweiler liegt in bayerisch Schwaben, an der Bundesstraße 16 zwischen Krumbach und Günzburg. Der traditionsreiche Musikverein Wattenweiler e.V. ist eine dörfliche, bodenständige Musiziergemeinschaft mit dem Ziel das musikalische und kulturelle Leben im Bereich der Volks- und Blasmusik zu pflegen, zu fördern und auszubauen.

Das musikalische Jahresprogramm umfasst:

  • kirchliche Auftritte (Messen, Prozessionen)
  • Konzertauftritte (z.B. jährliche Frühjahrskonzerte und Weihnachtskonzerte)
  • Festumzüge sowie Unterhaltungsauftritte (Unterhaltungsmusik z.B. bei Vereinsfesten, Blasmusikfesten, Jubiläen und Gartenfesten)

Besonderes Engagement legt der Musikverein Wattenweiler auf die Ausbildung und Förderung von Jungmusikern.

Vereinsgründung

Im Jahre 1926 erfolgte die Gründung des Musikvereins Wattenweiler. Der erste Bericht von Dirigent Xaver Pflaum im Protokollbuch ist vom 15.Mai 1927 datiert. Darin heisst es u.a.: "Der Zweck des Vereins soll sein, den kameradschaftlichen Sinn zu fördern und die Musik zu heben". Sofort wurde auf Veranlassung von Musikmeister Bisle die Umstellung von der hohen in die tiefe Stimmung vorgenommen und die alten Instrumente wegen der schlechten Stimmung für neue in Zahlung gegeben. Für die wertvollen neuen Instrumente wurde vom Verein ein Zuschuss von DM 30,- pro Mann gewährt.

Den ersten Protokollbericht unterschrieben folgende Musikanten.

Josef Bisle Musikmeister,
Xaver Pflaum Dirigent,
Bernhard Ganser,
Peter Hartmann,
Josef Schmid,
Johann Schiegg,
Johann Jehle,
Andreas Altstetter

Josef Hartberger,
Ludwig Hartmann,
Andreas Stempfle,
Gregor Jehle,
Georg Pflaum,
Alfons Schiegg,
Georg Altstetter,
Georg Ausperger

Betritt zum Tiso-Gau 1926

Der Betritt zum übergeordneten Verband Tiso-Gau im Jahre 1926 war für die Mitglieder des Musikvereins Wattenweiler eine Selbstverständlichkeit. So gehörte Wattenweiler zu den ersten sieben Kapellen, die sich unter Hauptlehrer und Chorleiter Beittinger, Deisenhausen zusammenschlossen. Es waren die Kapellen Deisenhausen, Nattenhausen, Breitenthal, Tafertshofen, Kettershausen, Oberwiesenbach-Bleichen und Wattenweiler.

Beim ersten Musikfest in Deisenhausen holte sich Wattenweiler den 5. Preis.

Am 29. Mai 1927 nahm der Verein beim grossen Musikfest in Krumbach teil und konnte unter den 33 Kapellen in der 3. Stufe einen 1. Preis mit 76 Punkten holen. Preisrichter war Hauptlehrer Paul Kuen, der dem Verein viele Stücke komponierte.


Der Name "Tiso" war übrigens kein fantastischer Name, sondern eine historische Bezeichnung. Es war der Name der Sippe, die sich im Günztal im jetzigen Deisenhausen, im früheren Tisohausen bzw. Tisenhausen niederließ.

Wahl der ersten Vorstandschaft 1928

Am 13. Februar 1928 wurde die erste Vorstandschaft gewählt. Josef Bisle übernahm den Vorsitz, Xaver Pflaum wurde Dirigent, Peter Hartmann Kassier. In den Ausschuss wurden Andreas Stempfle, Bernhard Ganser, Johann Jehle und Josef Hartberger berufen. Vereinsdiener wurde Josef Wiedemann. Sofort wurden Satzungen ausgearbeitet, die das Vereinsvermögen sichern sollten.

Am 1. Februar 1935 trat Musikmeister Josef Bisle als Vorstand zurück. Sein Nachfolger wurde Bernhard Ganser. Dirigent blieb Xaver Pflaum. Bis zum Ausbruch des Krieges wurden viele Konzerte durchgeführt. Erwähnenswert sind vor allem die damaligen Schlosskonzerte in Neuburg a.K., bei denen die Kapellen sich abwechselten. Der Krieg legte diese Arbeit lahm und es folgt bis 1949 kein Eintrag ins Protokollbuch mehr.

Wiedergründung des Musikvereins 1948

"Der erste Eintrag im Protokollbuch nach dem 2. Weltkrieg datiert vom 16. Januar 1949 mit folgendem Wortlaut:

Nach Kriegsschluss im Jahr 1945 wurden sämtliche Vereine von der Besatzungsmacht automatisch aufgelöst. Danach wurde dem Musikverein Wattenweiler das öffentliche Auftreten verboten. Um dem Musikverein seine früher gewohnte Tätigkeit wieder zu ermöglichen, hat Bürgermeister Essenwanger anlässlich einer Versammlung im Gasthaus Wassermann die Wiedergründung des Musikvereins Wattenweiler in die Wege geleitet. Bei der Militär-Regierung wurde am 25. Mai 1948 Lizensierung beantragt. Am 3. Juni 1948 wurde dem Verein die Genehmigung nebst den im Akt angegebenen Bedingungen erteilt.

Nachdem laut diesen Bedingungen die Vorstandschaft nur aus Mitgliedern, die nicht in der Pfarrei waren, gewählt werden durfte, wurde Georg Pflaum zum Vorstand gewählt. Die zwei weiteren Vorstandsmitglieder sind Josef Hartberger und Ludwig Hartmann.

Somit ist der Musikverein Wattenweiler anerkannt.

Über die Tätigkeit der Musik während des Krieges seien folgende Aufzeichnungen von Bedeutung:

Zur Wehrmacht eingezogen wurden die Mitglieder des Musikvereins: Josef Vogg, Mathias Drexler, Anton Stempfle, Johann Schiegg, Georg Altstetter und Alois Müller.

Der Musikapelle war es dennoch möglich, bei Gelegenheiten mitzuwirken, besonders bei Gottesdiensten von Gefallenen, bei Prozessionen und Flurbittgängen. Herr Dirigent Xaver Pflaum hatte immer wieder mit den Musikern die nötigen Stücke eingeübt und aufgeführt. Ganz unerwartet, mitten aus seiner Tätigkeit, ist Xaver Pflaum abberufen worden und der Musikverein wurde in tiefe Trauer versetzt. Trotz Verbotes öffentlich zu spielen gab Herr Bürgermeister Essenwanger die Erlaubnis und die Musik spielte beim letzten Gang seinem Dirigenten zum Geleit den Trauermarsch von Beethoven. In einem Nachruf von Ludwig Hartmann wurde im Zusammenhang der Verdienste des Verstorbenen in Kirchenchor und Musikehrend gedacht."

Anschaffung Uniformröcke 1954

Auszug aus dem Protokollbuch 1954:

"Um dem Musikverein nach Aussen ein gleiches Bild zu geben, wurde beschlossen Uniformröcke anzuschaffen. Schneidermeister Völk August wurde mit der Lieferung derselben beauftragt. Wunschgemäß wurden dieselben bis Weihnachten geliefert."

Die Trachtenvorstellung erfolgte im Rahmen der Weihnachtsfeier 1954 mit Konzert, Theater und Christbaumversteigerung.




Tracht 1961

Anschaffung bodenständige Tracht 1961

Am 1. Februar 1960 wurde beschlossen, eine bodenständige Tracht anzuschaffen. Nach dem Entwurf von Heimatpfleger Dr.Dr. Weitnauer, Kempten wurden alle Musiker mit der schmucken schwäbischen Tracht eingekleidet. Beim 9. Bundesmusikfest in Krumbach im Jahre 1961 wurde sie erstmalig getragen.

Das Jahr 1963

Im Jahre 1963 übernahm Josef Schmid das Amt des 1. Vorstandes. Der bisherige Vorstand Ludwig Hartmann wurde in Anerkennung seiner Verdienste um die Blasmusik zum Ehrenvorstand ernannt.

Von seinem Förderer Johann Stegherr (Gastwirt aus Pfaffenhofen) erhielt der Musikverein Wattenweiler eine Vereinsstandarte gestiftet, die auch heute noch bei allen Festzügen getragen wird.



Auszüge aus der Festschrift vom 32. Bezirksmusikfest 1995

Das Wappen

Wattenweiler hat eine reiche geschichtliche Vergangenheit. Wir wollen nur einen kurzen Streifzug durch die Chronik machen. Der Name Wattenweiler stammt wahrscheinlich von einem Adeligen namens "Wato", dem die Siedlung gehörte.

Urkundlich erwähnt wird Wattenweiler erstmals im 12. Jahrhundert. Damals gab es hier ein Adel, der sich nach dem Ort Wattenweiler benannte. Um 1178 wird ein Ritter Arnoldus de Wattenwyler in Urkunden erwähnt. 1258 ein Ortolfus und 1320 ein Counradus de Wattenwyler. Diese Ritter von Wattenweiler, die auf der Burg auf dem heutigen Schloßberg herrschten, nannten sich später die Heiliggrabritter. Daraus ist zu schließen, dass mindestens einer Teilnehmer an einem Kreuzzug war. Da Arnoldus ein Zeitgenosse Kaiser Friedrichs (Rotbart) war, kann angenommen werden, dass Arnoldus ins heilige Land gezogen war.

Um das Jahr 1365 verkauften die Herren von Heiliggrab die Burg auf dem Schloßberg an den Ulmer Bürger Heinrich Schnellmann, dazu den halben Berg, den Burghof, sechs Sölden und sechs Höfe. 1399 wird von der Behausung eines Schnellmanns auf dem Berge gesprochen. Danach wechselten die Herren der Burg sehr schnell.

Um das Jahr 1320 besitzt einen Teil der "Kirschberg'schen" Lehen zu Wattenweiler das Adelsgeschlecht von Gerenberg. Aller Wahrscheinlichkeit stammen die Herren von Gerenberg, deren Burg auch in der Nähe von Wattenweiler gestanden haben muss, von den Herren von Wattenwyler ab. Erwähnt ist dieses Adelgeschlecht von 1271 bis 1372. In den Jahren 1355 und 1361 erhielt Guta von Gerenberg, Aebtissin von Edelstetten, von ihrem Vater und Bruder den Gerenberg'schen Besitz in Wattenweiler, einen Hof bei der Kirche und sieben Sölden.

Im Jahre 1469 erhielt der Ulmer Bürger Claus Besserer von Herzog Sigmund von Oesterreich alle Leute, Güter und Gerechtigkeiten von Wattenweiler zu freiem Eigen. Ab 1470 wird er als Besitzer von 70 Häusern, darunter eine Mühle und der Fischersölde mit Fischrecht von Wattenwyler genannt.

Um 1493 kaufte das Kloster Wettenhausen den Besitz von den Erben Besseres. Im Tausch mit dem Kloster Edelstetten ging ganz Wattenweiler und auch die niedere Gerichtsbarkeit an das Kloster Wettenhausen. Dieses hatte um 1709 auf den Berg ein Schloss, doch wurde es um 1792 wegen Baufälligkeit abgetragen. Zum Schloss gehörte auch eine Schlosskapelle. Sie steht noch heute da und ist neu renoviert. Zu dieser Zeit waren in Wattenweiler zwei Bierbrauereien, eine Mühle und Säge.


Das Schloss zu Wattenweiler um 1750

Das Schloss zu Wattenweiler um 1750

Um 1750 wird Wattenweiler in Urkunden wie folgt beschrieben: "Watenwyler, ein Dorf mit 82 Feuerstätten, nebst einem alten Schloss auf dem Berg, einer Mahl- und Sägemühle, die erste von vier Gängen und zwei Bräustätten, der Reichsprälatur zu Wettenhausen gehörig hat guten Feldbau, Wiesenwachs, Viehzucht, Holzung, Stein- und Kern-Obst. Auch Flachsbau der allhier gesponnen und die Leinewand so daraus gewirket, wird nach Günzburg oder Burtenbach verkauft. Die hohe Juristication ist Kaysl. Königl. Burgau, die niedere dem Besitzer. In die auf dem Berg liegende Marien Feldblume wird zur Hl. Mutter Gottes eine Walfahrt gehalten"

Diese Urkunde besagt, dass in Wattenweiler angebaute Flachs zu Leinen gesponnen worden ist. Neben der Landwirtschaft war also noch mancher als Weber tätig. Durch den Bau von Webereien und Spinnereien mussten diese Hausweber ihre Arbeit einstellen, da sie nicht mehr wettbewerbsfähig waren. Doch einige stellten sich auf Teppichweberei um. Aus alten Kleidern wurden Teppiche gewirkt. Sie waren früher, und nur sie, in jedem Bauernhause ausgelegt. Die Herstellung von Flecken-Teppichen hat sich in Wattenweiler in einem Hause bid heute erhalten.

Zur Zeit des 30-jährigen Krieges und der damit verbundenen Notzeiten und Seuchenjahren ist Wattenweiler wie viele andere Orte in Mittelschwaben fast ganz ausgestorben. Einwanderer aus Tirol und Vorarlberg brachten wieder neues Leben und auch neues Brauchtum mit. So auch die Aufstellung von Weihnachtskrippen. Gerade hier in Mittelschwaben ist die Form der Krippen derer in Tirol am ähnlichsten. Auch hier in Wattenweiler werden Krippenfiguren geschnitzt und zu Weihnachten Krippen aufgestellt.

Um das Jahr 1852 wurden bereits 116 Häuser gezählt mit 538 Einwohnern. Der Ort war früher eine Filiale der Pfarrei Ichenhausen bis er 1399 zur eigenen Pfarrei erhoben wurde. Der Pfarrhof wurde 1696 vom Kloster Wettenhausen erbaut.

Die älteste Kirche in unserer Pfarrei ist die Filialkirche in Höselhurst. In ihr befindet sich auch wohl das wertvollste Stück von Bildhauerei das wir besitzen. Es stellt die Beweinung Christi dar, im Hochaltar aufgestellt, wohl aus einem Flügelaltar stammend und um 1490 bis 1500 entstanden.

Wattenweiler ist eine alte Siedlung und sicher viel älter als dies urkundlich nachgewiesen ist. Sie liegt am Ostrand des Günztales, angeschmiegt oder angelehnt an einen Höhenzug der das Tal und uns bis in die jüngste Vergangenheit vor Angriffen aus dem Osten geschützt hat. Im Westen wurde der Ort in seiner ganzen Länge von Südennach Norden von der Günz mit vielen Krümmungen und Windungen begleitet. So als ob sie manchem Anwohner ausweichen wollte. Zu allen Zeiten schon war das Wasser zum Leben von Mensch und Tier unbedingt notwendig. Da man früher noch nicht die technischen Mittel besaß um das Wasser zum Menschen zu bringen, ging der Mensch zum Wasser. Aus diesem Grunde wurden zum grössten Teil alle menschlichen Siedlungen an Quellen, Bach- oder Flussläufen errichtet. Aber nicht nur des Trankes wegen geschah dies, sondern weil Wasser mit seinem Fischbestand dem Menschen auch Nahrung bot. Und seit etwas über die Günz bekannt ist, wird sie wegen ihrem Fischreichtum gelobt.

Auf dem Berg, ein Rundkegel im Süden des Dorfes, heute Schlossberg genannt, soll früher ein Signalturm der Römer gestanden haben. Es soll dies um die Zeit vor Christi Geburt gewesen sein. Auch sind hier schon alte römische Münzen gefunden worden. Mit Sicherheit ist anzunehmen, dass hier eine alte Heerstrasse der Römer nach heutigem Günzburg geführt hat. Sicher ist auch, dass in späteren Jahren das Salz aus dem Salzburger Land auf dem sogenannten Salzweg an Wattenweiler vorbei, nach deutschen Städten transportiert worden ist.